
Am 10. August 1930 wurde unser Verein als Obstbauverein in Aising beim Alten Wirt gegründet. Neunzehn aufgeschlossene Männer aus Aising, Pang, Hohenofen und Happing gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Die Initiative kam wohl von Oberlehrer Max Hickl, als er von "seiner" Einödschule in Stein zwischen Aschau und Sachrang wo er eine bekannte Persönlichkeit war nach Aising kam. Häufig waren es damals angesehene Lehrer und auch Geistliche, die sich dem Obstanbau besonders widmeten.
Ziel der Vereinsgründung war es, in der damaligen kargen Zeit den Obstbau sowohl beim Pflanzen und Pflegen als auch bei der Verwertung des Obstes zu fördern. Es wurden gemeinschaftliche Obstbaum-Bestellungen durchgeführt, damals vor allem Hochstämme. Zur Weiterbildung wurden Pflanz- und Veredelungskurse abgehalten.
Zur Verwertung des Obstes wurde eine Obstmühle, Obstpresse, ein Passiergerät und eine Dosen-Verschluss-Maschine gekauft. Diese Geräte konnten gemeinschaftlich genutzt werden. Es fanden auch Einkochkurse statt. So konnte das Obst für den eigenen Bedarf konserviert werden. Damals war es keine Seltenheit, dass zu einem Bauernhof 40-50 Obstbäume gehörten.

Der Verein betrieb aber auch in gewisser Art einen Handel. Er erzielte Einnahmen durch den Verkauf von Obstdosen und Süßmost, Obstkisten, Patentflaschen, Glasballons, Dosen, Deckeln, Obstbäumen, Wühlmausfallen usw. Die anfallenden Lohn- und Transportleistungen wurden vergütet.
Mit der Machtergreifung Hitlers wurden den Obst- und Gartenbauvereinen spezielle Aufgaben zugewiesen. Es war oberstes Gebot, die Eigenerzeugung von Obst, Gemüse und Beeren voranzutreiben. Zur Durchführung der Schädlingsbekämpfung wurden Spritzungen mit Schwefelkalkbrühe und Karbolineum sowie das Anbringen von Leimringen an den Stämmen der Obstbäume angeordnet. Bei Nicht-Durchführung drohte Anzeige durch den Beauftragten des Bezirksamtes. In der NS-Zeit wurden die Obstbauvereine zwangsweise dem Reichsnährstand angegliedert.
Oberlehrer Max Hickl lehrte auch den Schulkindern alles Wissenswerte über den Obstanbau. Im Schulkeller richtete er einen Mostkellerraum ein. Die Kinder gingen mit dem Lehrer nachmittags zum Absuchen der Felder nach Kartoffelkäfern und Krautraupen. In der Kriegszeit war es wichtig, die Bevölkerung mit Obst und Gemüse zu versorgen. Von Absatzschwierigkeiten wie in den Dreissiger Jahren war nun nicht mehr die Rede, sondern sogar von der Pflicht zur Ablieferung von Obst- und Gemüse zu einem Mindestpreis. In der Nachkriegszeit kamen Leute aus der Stadt, um Obst, Gemüse und Nahrungsmittel zu hamstern bzw. zu erbetteln. Auch Obstdiebstähle kamen immer wieder vor.
1949 wird von einer ersten Autobusfahrt für Vereinsmitglieder berichtet. Es ging zur Obstgartenschau nach Rohrdorf.
Über zwei Jahrzehnte betreute unseren Verein bei den Fortbildungskursen Herr Westermeier. Sein Nachfolger war 1953 Kreisgartenbau-Fachberater Hermann Seibold.
Das "schwarze Jahr" 1956: Nach einem sehr warmen Januar folgte von Februar bis Josefi eine sibirische Kälte mit über 30 Minusgraden. Viele Obstbäume wurden geschädigt bzw. starben ab. Die zweite Katastrophe war der 29. Juli 1956: Beim Unwetter kam zuerst ein kurzer Regen, dann taubeneigroße Hagelgeschosse und schließlich ein Sturm.
Die Hagelkörner fielen in solchen Mengen, dass in kürzester Zeit eine weiße Winterlandschaft im Sommer entstand. Die Bäume waren kahl, abgeknickt und teilweise entwurzelt. Circa ein Drittel der ertragsfähigen Obstbäume mussten gerodet werden. Der Landkreis stellte kostenlos Bulldocks, Seilwinden und Leute zur Verfügung, die die Bäume rodeten und grob zerkleinerten. 1957 gab es viele Austritte aus dem Verein es gab wohl Streit um die Verteilung der Hagelgelder. 1957 wurde neu gepflanzt (im Landkreis 13 000 Obstbäume), größtenteils Südtiroler Sorten auf einem Mittelstamm. Es wurde Wert auf schöne, große Äpfel gelegt.
Saft- und Mostherstellung erfolgte zum größten Teil bei Benno Rutz in Hohenofen und beim Fischbacher in Staudach. Zeitweise wurde das Obst auch von der Sammelstelle Steingraber in Aising nach Endorf zur Verwertung gebracht. Paul Schauer, Schlipfing, war schließlich die treibende Kraft bei der Gründung der Rohrdorfer Obstverwertung (ORO). So mancher Obstbaum wäre der Säge zum Opfer gefallen, hätte es nicht diese Möglichkeit der Verwertung des Obstes gegeben.
Der Hagelschlag 1956 war wohl die Ursache, dass die Vereinstätigkeit in den Folgejahren stark eingeschränkt wurde. 1964 wurde eine neue Initiative gestartet. Auf der Jahreshauptversammlung wurde erklärt, dass sich das Aufgabenfeld der Obstbauvereine gewandelt habe. Die Bereitung von Marmelade, Saft und Obstkonserven sei auf Fachbetriebe übergegangen, die Saftherstellung wurde von Genossenschaften durchgeführt. Der Gartenbau und Blumenschmuck sollte nun im Vordergrund stehen. Die Vorstandschaft wurde mit Frauen erweitert. Es wurde ein neuer Vereinsname festgelegt: Verein der Obst-, Garten- und Blumenfreunde Aising und Umgebung. Dementsprechend waren auch die Themen bei den Vorträgen und Kursen. Als Referent trat immer Herr Seibold auf. Ein wichtiges Thema war damals immer wieder der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Hausgarten und die Aufklärung über diese Mittel. Spritzungen von Obstbäumen wurden ab 1967 für Vereinsmitglieder vom Verein von Spritzwarten durchgeführt.
Seit Anfang der 70er Jahre wurden immer wieder in Abständen Blumenschmuckwettbewerbe durchgeführt. 1974 wurde die Blumentombola auf der Jahreshauptversammlung eingeführt und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit, was sich beim sehr guten Besuch der Versammlungen zeigt. 1985 verabschiedete sich Hermann Seibold nach über zwei Jahrzehnten mit einem letzten Vortrag. Seit 1985 werden wir von Herrn Stein und Herrn Lorenz vom Landratsamt Rosenheim fachlich beraten und unterstützt.
Die 1250-Jahr-Feier der Gemeinde Pang im Jahr 2002 bot auch uns die Gelegenheit, den Verein in der Öffentlichkeit mit einem festlichen Wagen zu repräsentieren. Er wurde als "Bauerngarten" gestaltet. Alle Elemente eines solchen Gartens waren vorhanden: Wegkreuz mit bepflanzter Buchsraute, Staketenzaun, Rosenbogen, Beete mit Gemüse und Kräuter welche direkt auf dem Wagen gesät und gepflanzt wurden sowie Blumen in großer Vielfalt. Links und rechts wurde der Wagen mit einem blumengesteckten Panger Wappen geschmückt. Mitglieder unseres Vereins begleiteten den Wagen in der Arbeitskleidung der 50er Jahre. Es war eine großartige Gemeinschaftsaktion. Der Wagen wurde allseits bestaunt und bewundert.

2005 konnte der Verein sein 75-jähriges Jubiläum feiern. Nach einem Festgottesdienst in der festlich geschmückten Happinger Kirche fand der Festabend im Zelt beim Happinger Hof statt. Nach der Begrüßung der Ehrengäste durch den 1. Vorstand Balthasar Dinzenhofer und den Grußworten hielt Dinzenhofer den Vortrag: "75 Jahre OGV Aising Pang Die Vereinsgeschichte im Zeitgeschehen". Nach den Ehrungen Franz Kaffl wurde zum Dank für 27jährige Arbeit als 1. Vorstand von 1964 1991 zum Ehrenmitglied ernannt wurde die Beamer-Show "Unsere Gegend unsere Schönheiten" gezeigt und mit viel Beifall bedacht. Der Gottesdienst und der Festabend wurden musikalisch von der Innau-Musi umrahmt. Die historischen Vereinsgeräte und Maschinen wurden rechtzeitig zum Jubiläum von den Mitgliedern renoviert und ausgestellt. Anlässlich des Jubiläums wurde auch eine Festschrift mit Chronik veröffentlicht.

Zwei Familienfeste ein Kürbis-Wettbewerb und ein Apfelsaftfest mit der Herstellung von Apfelsaft mit den alten Gerätschaften des Vereins - waren ein voller Erfolg.
Nach dem tragischen Tod des ersten Vorstandes Balthasar Dinzenhofer übernahm Sepp Kaffl das Amt kommissarisch und wurde bei den Vorstandswahlen 2007 darin bestätigt. Als zweite Vorsitzende wurde Monika Fackeldey gewählt. Das Amt des Schriftführers übernahm Georg Resch, nachdem Alfred Rinser nach 27 Jahren nicht mehr kandidierte. Er wurde für seinen langjährigen Einsatz zum Ehrenmitglied ernannt.
Als Familienprojekt wurde 2008 mit den Kindern des Vereins eine Kräuterspirale gebaut und bepflanzt.
2009 beteiligte sich der Verein an den Vorbereitungen zur Primiz von Stephan Fischbacher. Der Blumenschmuck für die Festkutsche und für den Primizaltar wurde von unserem Verein übernommen und von Monika Mayr, unserer Floristin, schönstens gestaltet.

2010 nahmen wir aktiv an der Landesgartenschau in Rosenheim teil. Zusammen mit dem Gartenbau-Verein Rott am Inn legten wir im "Garten Eden" die Gemüsebeete an und bepflanzten und pflegten diese Rott am Inn die alten Sorten, wir die neuen, aktuellen Sorten. Die Besucher zeigten großes Interesse und stellten viele Fragen. Trotz des außergewöhnlich stark verregneten Sommers konnten wir einen gepflegten Gemüsegarten vorstellen. Wie man aus der Tageszeitung entnehmen konnte, wurden die Verantwortlichen des Kreisverbandes, Herr Gartner und Herr Lorenz, vom Bezirksverband für die hervorragende Gartenanlage ausgezeichnet. Schö dass wir dazu auch etwas beitragen konnten.
Im April 2011 fanden Neuwahlen statt. Nach Entlastung der Vorstandschaft war es für Josef Kaffl, der seit 2006 die Geschicke des Vereins leitete, selbstverständlich, dass er mit seinem Rücktritt einen geeigneten Nachfolger präsentierte. Zum ersten Vorstand wurde Georg Resch gewählt, Zweiter Vorstand blieb Monika Fackeldey. Auch Magda Kaffl wurde als Kassiererin im Amt bestätigt. Neue Schriftführerin ist Veronika Fackeldey. Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Vortrag des Pflanzenbauingenieurs Thomas Janscheck aus Wolnzach. Er referierte auf der Jahreshauptversammlung zum Thema "Heilpflanzen übers Jahr". Kurzweilig mit beindruckenden Bildern und immer wieder passenden Musikstücken der Ruck-Zuck-Musi referierte der Fachmann über Kräuter und ihre Bräuche. Faszinierend breitete Janschek die Pflanzenapotheke aus und brachte dem aufmerksamen Publikum so ganz nebenbei natürlichste Erziehungsformen für Kinder näher.